2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002

Einer guten Tradition folgend, trafen sich die Teilnehmer der Interessengemeinschaft Genealogie in diesem Jahr am 12. Juni um 10:00 in Falkensee am Rathausplatz. Dort erwartete uns der Referent und Begleiter des Tages, Herr Gerd-Christian Treutler, vom BGG „Roten Adler“ in Potsdam. Diesmal wollten wir näheres über die Familie Enke unter dem Thema“ Auf den Spuren des Oberförsters Enke“ hören und auch sehen.



Rathaus Falkensee



Führung

Am neu gestalteten Dorfanger gab es von Herrn Treutler die ersten Erläuterungen zur Geschichte des Dorfes Falkenhagen, welches heute Ortsteil von Falkensee ist. Um den sehr gepflegten Dorfteich gruppieren sich noch einige alte Häuser und die Kirche. Neben unseren Mitgliedern und Freunden stellten sich auch andere „Zuhörer“ ein, die dem Fotografen Freude bereiteten. So erfahren wir, dass aus dem Jahre 1336 die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Falkenhagen vorliegt. Im Jahre 1675 kam es zu einem Großfeuer in Falkenhagen bei dem das gesamte Dorf und die Kirche ein Raub der Flammen wurden. Aus diesen Gründen gibt es für Genealogen auch vor diesem Zeitraum keine Dokumente im Kirchenarchiv.





Bereits im folgenden Jahr 1676 entsteht die Falkenhagener Kirche am alten Platz neu. Wie wir dann im Vortrag zur Kirche selbst erfahren mit großer Wahrscheinlichkeit nach dem Vorbild der alten Wehrkirche. Sie erhielt Stichbogenfenster, je drei auf der Nord- und Südseite und zwei an der Ostseite. Nach vierjähriger Bauzeit wird die neue Kirche dann im Jahre 1680 geweiht.





Nach den ersten Erläuterungen zur Geschichte des Ortes begaben sich die 24 Teilnehme der Exkursion zur Dorfkirche. Dort empfing uns Frau Bender im historischen Kirchfriedhof und vertiefte die Angaben zur Geschichte des Ortes und der Kirche. Von 1997 bis 2008 wurde die Kirche, deren älteste Mauerreste aus dem 14./15. Jahrhundert stammen, umfassend saniert. Diese deuten auf eine frühere Feldsteinkirche an der gleichen Stelle hin. Herr Treutler übernahm anschließend wieder das Wort zur Encke-Urne, welche sich rechts neben dem Eingang zur Kirche befindet. Dieses Grabmal war der im Jahre 1804 verstorbenen Gattin des seinerzeitigen königlichen Oberjägers bzw. Oberförsters Johann Gotthold Encke, Maria Theresia Encke, geb. Kirschbaum (1774-1804) gewidmet.







Es befand sich ursprünglich links neben der Kirche, wurde jedoch im Zusammenhang mit den aufwändigen Restaurierungsarbeiten an die jetzige Stelle gebracht. Weitere ausführliche Informationen dazu sind auch auf der Web-Seite der Kirche:

http://www.kirche-falkenhagen.de/kirche.html

für den interessierten Leser zu finden. Natürlich hörten wir auch viel Interessantes zur Genealogie der Familie des Oberförsters Enke. Natürlich interessierte uns dann auch die Kirche selbst, in der Frau Bender wieder die Ausführungen unternahm. Viele Details hörten wir zu Baugeschichte, den Besonderheiten des Kanzelaltars, der bereits 1704 aufgestellt wurde und im Verlaufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut wurde. Unter Friedrich Wilhelm dem III. wurden die Kanzelaltare auf oberste Weisung abgeschafft. Daraufhin erfolgte der Umbau zum heutigen Zustand. Das Altarbild stammt von dem Maler und Grafiker Haferland, Franz (1926 - 2005), der den größten Teil seines Lebens hier im Ort verbracht hat. Bei dem Bild handelt sich um eine Auftragsmalerei aus dem Jahre 1963.









Das im Original erhaltene Tonnengewölbe und die wunderschönen neuen Glasfenster runden das Besuchserlebnis in der Kirche ab. Abschließend führten wir noch einen Rundgang über den Kirchfriedhof durch, der mit seinen gepflegten Gräbern und geschnittenen Hecken einen bleibenden Eindruck hinterließ.

Nach dieser erlebnisreichen ersten Stunde verabschiedeten wir uns von Frau Bender und begaben uns zum geplanten Stadtrundgang mit den Stationen Amtsgericht, Alte Schmiede auf der Grenzgemarkung und dann zum Encke-/Pfarrhaus mit Besichtigung.







Hier begrüßte uns herzlich Herr Pfarrer Schmidt und lud uns zu einem kleinen Rundgang durch das ehemalige Encke Haus ein. Das Haupthaus ist mit großem Aufwand zu einer Begegnungsstätte geworden, in der sich die Gemeindemitglieder aller Altersstufen wohl fühlen können. Der Keller ist hervorragend restauriert und besitzt als Besonderheit einen originalen Backofen, der hier der Nachwelt erhalten wird. Im Arbeitszimmer des Pfarrers konnten wir das älteste erhaltene Bild vom Encke-/Pfarrhaus anschauen.









In gemütlicher Runde beendeten wir unseren Exkursionstag im Restaurant und konnten noch viele Fragen an Herrn Treutler stellen, der auch aus seinem Buch über Falkenhagen eine kleine Geschichte zur Schmiede auf der Grenzgemarkung las.





Unser Dank für den schönen Tag gilt Herrn Pfarrer Schmidt und seinen Mitarbeitern, sowie Herrn Treutler, der die Exkursion sehr gut vorbereitet hatte.



Für die Geschichtsinteressierten stellte Herr Treutler noch nachfolgende Tabelle wichtiger Eckdaten zur Verfügung.
· 1336 erste urkundlich. Erwähnung des Dorfes Falkenhagen als germ. Neugründung
(Erstbesitzer Albert v. Gruelhut) unter der Schulzenfamilie Falkenhagen
· 1379 ritterlicher Besitzanteil samt See fällt an das Kloster Spandau
· 1558 mit der Kirchensäkularisation fällt das Dorf an den Kurfürsten
· 1675 das gesamte Dorf und die Kirche wurden ein Raub der Flammen
· 1680 Weihe der wiedererrichteten Kirche (Beginn der KB-Überlieferung)
· 1768-1775 Wilhelmine Encke in Falkenhagen
· 1804 Tod der Theresia Encke, geb. Kirschstein (Grabdenkmal)
· 1806 das „Franzosenfeuer“ vernichtet den nordwestl. Teil des Dorfes
· 1807 Neubau des Enckehofes in seiner jetzigen Form
· 1787-1811 Amtszeit des Oberjägers Johann Gotthold Encke
· 1819 das Pfarramt zieht in den Enckehof
· 1822 drittes Feuer, welches nur die Kirche und vier Häuser verschont
· 1868 Brand des Schulzengutes und Vernichtung aller Akten
· 1906 Kauf der Dorfaue durch die Gemeinde
· 1918 Abriss der Oberförsterei und Bau des Rathauses (rechter Teil)
· 1919 Kauf des Falkenhagener Sees durch die Gemeinde
· 1923 Gründung der Landgemeinde Falkensee aus Falkenhagen und Seegefeld

· 1928 Erweiterung des Rathauses auf den jetzigen Zustand

Hinweis zur Homepage: http://www.kirche-falkenhagen.de/

Literaturhinweis: „Führer durch die evangelischen Kirchen des Kirchenkreises Falkensee“, Hans-Joachim Beeskow, hrsg. Evangelische rKirchenkreis Falkensee, 2001

Text und Bilder © Michael Vogel

Start




HaftungsausschlussImpressum